Midsommar 2016

Die Volkstanzgruppe Urshult Bygdegille führt einen Tanz auf. rt.
An Midsommar sind alle Straßen wie leergefegt, denn jeden zieht es raus auf’s Land.

Midsommar ist hier in Schweden nach Weihnachten das zweitgrößte Fest im Jahr. Dann sind alle Straßen wie leergefegt, denn jeden zieht es raus auf’s Land.

Ursprünglich wurde das Midsommarfest jährlich am 24. Juni im Julianischen Kalender gefeiert. Doch auch in Schweden müssen sich manche Bräuche dem modernen Berufsleben beugen. Deshalb wurde der midsommardagen 1953 per Gesetz auf den Samstag zwischen dem 20. und dem 26. Juni gelegt, weil dieser dem längsten Tag im Jahr am nächsten ist. Er ist ein offizieller schwedischer Feiertag und verläuft eher ruhig: Man schläft aus und erholt sich – oder bloggt, so wie ich. Die große Feierlichkeit findet nämlich bereits am Vortag statt, wie wir es auch von Heilig Abend oder Silvester kennen.

Wir haben den Midsommarafton zusammen mit einem befreundeten deutschen Paar auf dem Lunnabacken verbracht. Das ist ein kleiner Hügel in der Nähe von Urshult, auf dem ein historischer Bauernhof als Kulisse für jahreszeitliche Feste und volkstümliche Veranstaltungen dient. Um 14 Uhr ging es mit dem Schmücken und Aufstellen der midsommarstång los, was wir leider verpasst haben. Chris ist beruflich an die schwedischen Feiertage gebunden, weshalb ihm die Argumentationsgrundlage gegenüber seinem Arbeitgeber fehlt. Hier starten zwar spätestens ab Mittag wirklich alle ins Wochenende (sogar unser ICA hat um 16 Uhr die Schotten dicht gemacht), aber er hatte einen normalen Arbeitstag. Nur früher Schluss machen war drin.

Und so kamen wir genau zum gemeinsamen Froschtanz an. Dabei tanzen Groß und Klein gemeinsam um den Maibaum und singen das Lied vom lustigen Frosch.

Anschließend hat die Volkstanzgruppe Urshult Bygdegille zur Musik von Laras spelmän noch einen schwedischen Tanz aufgeführt. Danach haben alle Schweden ihre Sachen gepackt und sind heimgefahren. Das war wirklich lustig mitanzuschauen, denn nach 20 Minuten war der Lunnabacken wie leergefegt. Richtig los geht es nämlich erst zuhause – bei Hering mit Dill, schwedischen Frühkartoffeln, Erdbeeren mit Schlagsahne als Nachtisch und natürlich jeder Menge Schnaps.

Trevlig midsommar!

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