Hälsosamtal

Hälsosamtal heißt so viel wie „Gesundheitsgespräch“ und ist der erste Termin im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen in Schweden. „Keep on living“ hat mir die Hebamme mit auf den Weg gegeben.

„Lebe einfach weiter.“ Ein schöner Tipp, denn sie hat Recht: Wirklich viel – außer abwarten – kann man so früh ohnehin nicht machen. Das Hälsosamtal findet in Schweden im Verlauf der SSW 5 bis 8 statt. Dabei geht es zunächst um die Basics für einen gesunden Schwangerschaftsverlauf: eine gesunde Lebensführung.

In Kürze: Die schwedischen Empfehlungen sind mit den deutschen so gut wie deckungsgleich. Rauchen, Alkohol und Drogen sind in der gesamten Schwangerschaft tabu, Bewegung kommt immer gut und eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist das A und O. Konkret heißt das: Obst und Gemüse satt, kohlenhydrathaltige Beilagen wie Kartoffeln, Nudeln und Reis reichlich und immer mal wieder Fleisch und Fisch. Und: bei unerhitzten Lebensmitteln vorsichtig sein, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Heißt: keine Rohmilchprodukte, keine rohen Fleisch- und Wurstwaren, keine rohen Eier und nur gut gewaschenes Obst und Gemüse.

Dann habe ich noch zwei schwedenspezifische Empfehlungen mit auf den Weg bekommen: nein, auch keinen Snus, obwohl der nur gelutscht und nicht geraucht wird und bitte auch keinen Ostsee-Fisch, weil der zu schwermetallbelastet ist. Aber von Kürbiskernen hält die Hebamme viel. Soll ich aufgrund ihrer günstigen Zusammensetzung an Mineralstoffen gerne und häufig knabbern.

Außerdem hat uns die Hebamme einen KUB-Test angeboten. Der KUB-Test ist das, was man in Deutschland als Erst-Trimester-Screening kennt: eine Kombination aus Nackenfaltenmessung und Blutuntersuchung, aus denen zusammen mit weiteren Parametern unser individuelles Risiko für eine Chromosomenanomalie wie dem Down-Syndrom berechnet wird. In Deutschland zählt er zu den IGeL-Leistungen, weshalb die 200 bis 300 Euro von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Für mich ist er hier aufgrund meines Alters kostenlos. Wir sollen darüber nachdenken und ihr beim nächsten Mal Bescheid sagen.

Soviel sei schon jetzt verraten:

Wir werden den Test machen lassen, obwohl ich dem Ergebnis mit gemischten Gefühlen entgegen sehe. Die Angst überwiegt und verdrängt das Wissen, dass es sich nur um eine Risikoabschätzung und keine Diagnose handeln wird. Dem Internet zufolge werde ich alleine durch meine 38 Jahre wohl mit einer Zahl in der Größenordnung von 1:120 nach Hause gehen – wobei ich hoffe, dass sich meine Lebensweise positiv auf mein biologisches Alter ausgewirkt hat und meine Zahl nach oben ziehen wird. Aber im Ernstfall möchte ich mich mit der Frage „Was nun?“ doch lieber früher als später beschäftigen müssen.

Außerdem ist es eine Ultraschalluntersuchung, auf die ich ansonsten hier in Schweden noch bis zur 18. Woche warten müsste! Ich freue mich riesig drauf, einen Blick auf das kleine Wesen zu werfen…

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