Sandskulpturfestivalen

Internationales Sandskulpturenfestival in Kalmar
Beinahe königlich ragt die Sandskulptur von Munkh Erdene Tsagaan über die Köpfe der Zuschauer hinweg.

Vergängliche Kunstwerke aus Sand

Es ist Freitag, Papa ist auf Dienstreise und das Wetter hält: Heute machen Mama und Sohnemann einen Ausflug. Wir wollen nach Kalmar zum Internationalen Sandskulpturenfestival.

Ich freue mich auf den Ausflug. Die Arbeitswoche war anstrengend. Als Freiberuflerin ist die deutsche Urlaubszeit für mich Hochsaison. Selbst unterwegs halte ich noch einige Male an, um Telefonate zu führen. Söhnchen bekommt davon nichts mit; nach einer dreiviertel Stunde im Auto fallen ihm die Augen zu. Der zunehmende Nieselregen macht müde. Als wir durch die Emmaboda kommun fahren, schüttet es in Strömen. Ich frage mich, ob uns die grauen Regenwolken bis nach Kalmar begleiten werden und ob von den Sandskulpturen noch etwas übrig sein wird. Aber wir haben Glück: mit jedem Kilometer reißt die Wolkendecke weiter auf. Als wir den Strandparkplatz erreichen, ist herrliches Wetter. Angenehm warm mit einer leichten Prise – besser könnte es nicht sein.

Das Internationale Sandskulpturenfestival findet direkt am Strand von Kalmar statt. Es ist richtig was los. Heute, am letzten Tag der Veranstaltung, ist Preisverleihung. Gleich werden die Gewinner bekannt gegeben. Doch nicht nur das bevorstehende Ende des Festivals hat Besucher angezogen. Vor allem Familien und Urlauber scheinen einfach das schöne Wetter und das bevorstehende Wochenende genutzt zu haben, sich am Strand zu tummeln. Außerdem lassen sich von dort gut andere Ausflugsziele erreichen. Nur wenige Minuten Fußweg ist das Schloss von Kalmar entfernt.

Sohnemann muss sich noch stärken, bevor wir uns die Skulpturen anschauen. Ich habe ihn direkt nach dem Mittagessen vom Kindergarten abgeholt und zwei Stunden Autofahrt machen hungrig. Eine große Banane später ist der erste Hunger gestillt und es kann losgehen. Während ich noch das richtige Objektiv auf die Kamera schraube, läuft Sohnemann schon zielstrebig mit ausgetrecktem Finger auf eine der Siegerskulpturen zu und schwingt sein Beinchen über das Absperrband. „Nej, vänta„, rufe ich. Die Schweden schmunzeln.

Aber er hat Geschmack. Auch mir gefallen die zwei spielenden Pandabären am besten. Insgesamt neun Skulpturen sind zu bestaunen; sieben stammen von namhaften internationalen Künstlern, eine von einem schwedischen Nachwuchsteam und an der neunten hat sich die Dörbyskolan aus Kalmar ausprobieren dürfen.

Teilnehmer und Platzierungen:

Team 1 um Lars Fager, Schweden
Team 2 um Linda Granström, Schweden (Platz 3; Nachwuchsteam)
Team 3 um Aleksandr Skarednov, Russland.
Team 4 um Elisabeth Kristensen, Norwegen/Irland
Team 5 um Gresham Glover, USA (Platz 2)
Team 6 um Franziska Agrawal, Deutschland
Team 7 um Vittoria Parrinello, Italien, und
Team 8 um Munkh Erdene Tsagaan, Mongolei (Platz 1).

Die Dörbyskolan, Schweden, hat sich mit ihrer Skulptur außer Konkurrenz beteiligt.

Neun Skulpturen. Nur neun?

Für uns lohnt sich die Fahrt, obwohl – oder vielleicht auch, weil – es nur neun Skulpturen sind. So hält die Begeisterung meines zweieinhalbjährigen Sohnes lange genug, sich alle in Ruhe anschauen zu können. Mehr als die acht offiziellen Teams hätten übrigens nicht teilnehmen dürfen. Sie wurden im Vorfeld aus insgesamt 22 Anmeldungen ausgewählt. Über den Sieger haben die Zuschauer abgestimmt. Mehr als 3.800 Stimmen wurden vor Ort und auf Facebook abgegeben.

Sohnemann und ich sind uns einig: Im nächsten Jahr wollen wir wieder hinfahren. Dann würde ich gerne dabei zusehen, wie die Skulpturen entstehen. Dass dafür besonderer Sand zum Einsatz kommt, habe ich hier in den regionalen Medien gelesen. Auch, dass die Künstler über den Regen im Vorfeld gar nicht so böse waren, weil man ohnehin einiges an Wasser braucht. Vielleicht ist ja sogar ein Interview mit einem der Künstler drin. Mal sehen, könnte spannend werden.

Neugierig geworden? Neugierig geworden?
Das Internationale Sandskulpturenfestival findet jährlich im Juli in Kalmar statt. Nach der Preisverleihung werden die Skulpturen präpariert, so dass sie noch einige Wochen bei Wind und Regen aushalten. Ein Ausflug lohnt sich also auch nach der offiziellen Festivalwoche noch. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Stadt Kalmar unter www.kalmar.com auf Schwedisch, Englisch und Deutsch.

 

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