Glasögon

Ein schwedisches Brillengestell.
Ein klasse Gestell, nur etwas zu blau für meinen Geschmack. Ich hätte lieber die Schwarze (Foto: Kunoquist).

Chris‘ erste Elternzeit-Etappe nähert sich dem Ende. Wir nutzen die letzten Tage, um noch ein paar Dinge zu erledigen, die sich sonst wieder schwer in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Heute ist der Optiker dran.

Eine neue Brille (schwedisch: glasögon) zählt zu den unliebsamen Aufgaben, die ich seit längerem vor mir her schiebe. Was nicht heißt, das ich es nicht versucht hätte. Ich bin immer wieder losgezogen und habe die Geschäfte abgeklappert. Das letzte Mal noch in Karlsruhe, und die Fächerstadt hat einige Optiker zu bieten. Ein Drama. 99 Prozent der Fassungen sind mir viel zu groß und erschlagen förmlich mein Gesicht. Die modernen Hipster-Modelle sind nichts für mich, ich sehe damit aus wie ein Mittelding zwischen Karla Kolumna und Jerry Lewis. Die Wenigen, die passen, stehen mir nicht. Irgendwann war ich dann immer so verzweifelt, dass ich mit Kinderfassungen geliebäugelt habe. Wunderbar klein, leider ist Pastell nicht meine Farbe. Außerdem sprechen mich die Marienkäfer am Bügel nicht an.

Neues Land, neuer Versuch. Wir haben einen Termin bei AOptik in Olofström vereinbart. Das Geschäft, das von außen so klein und dunkel aussah, überrascht innen mit Weite und Helligkeit. Während Chris‘ Augen untersucht werden, sitte ich den Kleinen und schaue mir Fassungen an. Mengenmäßig kein Vergleich mit einer deutschen Fielmann-Filiale, aber trotzdem gut sortiert. Ein Gestell sticht mir sofort ins Auge und gefällt mir auch aufgesetzt sehr gut – immerhin. Ein Anfang.

Babytausch, ich bin dran und folge der Optikerin. Die Untersuchung läuft genauso ab wie in Deutschland auch. Zuerst misst sie meine Sonnenbrille, dann am Autorefraktometer meine Sehstärke und den Augeninnendruck. Dann geht es weiter ins Hinterräumchen zum Phoropter. Ich lese die Buchstaben vor, versuche zu unterscheiden, ob sie wirklich schärfer oder nur kleiner und dunkler werden und frage mich, wie man nochmal das Z auf schwedisch ausspricht. Sie fragt familiäre Vorerkrankungen und Medikamente ab und zum Schluss bekomme ich einen Text hingehalten, um meine Nahwerte zu ermitteln. Fertig.

In der Zwischenzeit ist Chris bereits fündig geworden. Ich bekomme die Gelegenheit, Veto einzulegen, mache aber von meinem Recht keinen Gebrauch. Gut sieht sie aus, wirklich schön. Jetzt bin ich dran. Das Gestell von eben gefällt mir immer noch, nur ein bisschen zu blau für meinen Geschmack. Wenn es das dezenter gäbe … Gibt es, muss aber bestellt werden. Das machen wir dann auch und sind damit fertig für heute. 

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