Polkagris

(Foto: Tina Stafrén / imagebank.sweden.se)

Die rot-weiße Spezialität aus Schweden

Es gibt Süßigkeiten, die verbinde ich mit Weihnachten, ohne das ich sagen könnte, warum. Zuckerstangen gehören da für mich unbedingt dazu. Vielleicht, weil sie in vielen illustrierten Weihnachtsgeschichten für Kinder vorkommen, dort im Schnee stecken oder den Weihnachtsbaum schmücken. In Schweden werden sie Polkagrisar genannt – Polkaschweine.

Bei uns liegt auch eine Papiertüte mit Polkagrisar, von denen sich unser Kleiner – mittlerweile fünf Jahre alt – nachmittags zur Fikapaus gerne welche in den Mund steckt. Wir haben sie auf dem Weihnachtsmarkt in Huseby Bruk gekauft, wo man den Zuckerbäckern jedes Jahr über die Schultern schauen kann. Bekannt für die rot-weiß geringelten Süßigkeiten ist aber Gränna, eine kleine Stadt am Vätternsee. Sie ist für Polkagrisar, was Nürnberg für Lebkuchen oder Lübeck für Marzipan.

Das Original kommt aus Gränna

Dort lebte Amalia Eriksson. Mit gerade mal 25 Jahren verwitwete sie und musste zusehen, wie sie als alleinerziehende Mutter so klarkommt. Das ist heute nicht leicht und war es damals schon nicht, denn zu dieser Zeit war es Frauen in Schweden untersagt, ein eigenes Geschäft zu führen. Dabei gab es die Geschäftsidee bereits: kleine Würfel aus Zucker, die sie Polkargrisar nannte. Erst, nachdem sie von Bürgermeister Carl Johan Wennberg die Erlaubnis erhielt, „hier in der Stadt zum Lebensunterhalt mit eigenen Händen gröbere und feinere Brotsorten zu verarbeiten und sogenannte Polkagrisar herzustellen“, stand dem eigenen Betrieb nichts mehr im Weg.

Nach ihrem Tod 1923 übernahm Tochter Ida den Betrieb und verfeierte das Handwerk.

Zucker, Pfefferminzöl und starke Arme

Bis heute werden die Polkagrisar hergestellt wie damals zu Amalia Erikssons Zeiten. Die Zutaten werden gemischt und auf etwa 150 Grad aufgekocht. Dann wird der bernsteinfarbene Teig auf den Kühltisch gegossen. Ein kleiner Teil des Teigs wird rot gefärbt, der andere bleibt farblos und wird mit Pfefferminzöl versehen. Wenn der Teig auf eine Temperatur von etwa 70 Grad abgekühlt ist, arbeitet der Bäcker Luft ein: sie macht ihn weiß und verleiht ihm die schöne, poröse Textur. Anschließend werden beide Teigteile länglich ausgeformt, miteinander verdreht und gerollt, gedreht, gezogen, immer wieder. Gerollt werden sie auf einem Holztisch, der den Teig nicht zu schnell abkühlt und fest werden lässt, gewirbelt und gezogen werden sie mit den Händen durch die Luft. Zum Schluss werden sie getrocknet und kurz ausgebacken. Polkagrisar gibt es als Stangen oder als Brocken.

Lasst sie Euch schmecken!



* Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.