Abgehakt

Oder: Hochschwanger zur Abschlussprüfung.

Drei Tage Prüfung, drei Tage Spannung: Würde ich teilnehmen können oder macht mir Junior einen Strich durch die Rechnung? Immerhin ist in einer Woche der berechnete Geburtstermin.

Er hatte Verständnis und Mama ihren Abschlusstest machen lassen. Ich hatte also weder Wehen in der Nacht, noch ist mir mitten im Klassenraum die Fruchtblase geplatzt. Und so ging es Dienstag wieder mit „Lesen“ los, Mittwoch stand „Hören“ und „Schreiben“ auf dem Prüfstand und für heute war „Sprechen“ angesetzt.

Ich hatte in den vergangenen beiden Wochen den gesamten Stoff noch einmal durchgearbeitet. Würde das reichen? Mittlerweile kommen wir zwar im Alltag gut zurecht, aber Prüfungsniveau ist dann doch nochmal was anderes. Zumal bei dieser Art der Tests auch immer ein Quäntchen Glück dabei ist. Bei „Hören“ beispielsweise musste ich einem Telefongespräch zwischen einer Frau und ihrem Vermieter lauschen. Die angekündigten Handwerker verspäten sich, sie kann aber nicht länger zu Hause warten. Er bietet ihr dann einen neuen Termin an. Soll ich nun mein Kreuzchen bei „sie will einen Rat“ oder „sie will sich beschweren“ setzen?

Bei „Schreiben“ hängt es wie immer vom Thema ab, ob der Wortschatz ausreicht. Hier bestand der Test diesmal aus zwei Aufgaben: einem Freund, der frisch umgezogen ist und sich am neuen Wohnort einsam fühlt, per Mail Tipps geben, wie man Leute kennenlernen kann, und in einem Brief an den Schuldirektor argumentieren, warum die Caféteria nicht geschlossen werden darf.

Als ich am Donnerstag morgen in die Schule komme, fängt mich Karin gleich ab: „Lesen“ und „Hören“ sei fehlerfrei gewesen, meine Mail habe ihr auch gut gefallen, aber der Brief an den Schuldirektor habe nicht dem geforderten Aufbau entsprochen. Offenbar wurde im Unterricht durchgenommen, wie man so ein Schreiben zu gestalten hat. Ich soll also noch eine weitere Schreibaufgabe erledigen und das Für und Wider eines Handyverbotes im Schulunterricht abwägen.

Eine dreiviertel Stunde später gehen wir alle Texte nochmal gemeinsam durch. Der ein oder andere Flüchtigkeitsfehler hat sich eingeschlichen, bästa herr eller fru als schwedisches Pendant zu „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist total oldschool und wie viele Deutsche habe auch ich tycker (finden/meinen), tänker (denken) und tror (glauben) oftmals falsch verwendet. Ein Fehler hat sich leider konsequent durchgezogen: eine falsche Wortstellung beim Nebensatz. Das würde zum Durchfallen reichen. Karin findet das aber albern: Sie weiß so gut wie ich, dass mit Baby meine Chancen auf regelmäßigen Schulbesuch nicht besser werden. Außerdem sitzt der Rest und sie traut mir zu, den Nebensatz auch zuhause nachzuholen. Und so bestehe ich.

Randnotiz: „Sprechen“ erlässt sie mir. Das diene nur dazu, dass auch fremde Lehrer die Schüler reden hören, weil die Klassenlehrer mit der Zeit betriebsblind für die Aussprache werden. Aber sie kenne mich ja auch nicht so gut und verstehe mich bestens.

Meine Ergebnisse im Detail:

Läsa: A
Höra: A
Tala: –
Skriva: D

Sammanvägt provresultat: C

So, Junior: Jetzt bin ich bereit! Mache Dich auf den Weg, wann immer Du willst.

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