Hacker-Angriff

Hacker-Angriff legt zahlreiche Coop-Märkte lahm

Der Hacker-Angriff, über den in den deutschen Medien zu lesen war, hat auch in Schweden Folgen. Mit Hochdruck arbeitet die schwedische Supermarktkette Coop an einem Weg, dass die Kunden wieder bezahlen können. Noch immer konnten erst ca. 500 der insgesamt 800 Märkte in ganz Schweden wieder öffnen, nachdem ein Hacker-Angriff am Abend des 2. Juli sowohl bemannte als auch unbemannte Kassen lahmlegte.

„Dies ist Teil einer größeren globalen Vorfalls, der sich gegen das amerikanische Softwareunternehmen Kaseya gerichtet hat“, hieß es aus dem Unternehmen. Der Angriff, der mittlerweile auf die russische Hackergruppe Revil zurückzuführen ist, nutzte eine Schwachstelle in deren Fernzugriffs- und Wartungssoftware VSA aus und konnte darüber die Hintertüren in viele Unternehmen öffnen. Mehrere andere schwedische und internationale Unternehmen berichteten über ähnliche Probleme. Jetzt bietet Revil ein „universelles Entschlüsselungs-Tool“ an – für 70 Millionen US-Dollar in Bitcoin.

Von den Problemen nicht betroffen waren die Coop-Märkte in den Provinzen Värmland, Norrbotten, Oskarshamn, Tabergsdalen, Gotland und Varberg. Auch der Einkauf im Online-Shop war uneingeschränkt möglich. Im Laufe des Sonntags konnten bereits erste Märkte wieder öffnen, nachdem die IT-Experten mit Hilfe der unternehmenseigenen App Scan & Pay eine Bezahllösung fanden, die die Kassensysteme übergangsweise umging. Allerdings ist dies nicht für alle Märkte möglich. „Es ist eine Arbeit, die im ganzen Land von Stunde zu Stunde fortgesetzt wird. Aber wir wissen nicht genau, wo und wann die Geschäfte wieder öffnen“, sagt Kevin Bell, ein Sprecher bei Coop. Prioritäten hat der Händler hierbei nicht gesetzt; es öffnen also nicht zwingend die Butiken in den kleineren Ortschaften zuerst, in denen es nur einen Supermarkt gibt. Die Kunden werden deshalb gebeten, sich in den sozialen Netzwerken über den aktuellen Status der einzelnen Märkte zu informieren oder dort anzurufen. Am 5. Juli hat Coop zusätzlich eine detaillierte pdf-Liste auf der Homepage veröffentlich, auf der der Status aller rund 800 Märkte aufgelistet ist.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses waren die letzten Märkte bereits den sechsten Tag geschlossen. Coop rechnet mit einem enormen ökonomischen Verlust. Um wenigstens die Lebensmittelverluste so klein wie möglich zu halten, haben die Geschäfte verschiedene Maßnahmen ergriffen: der Coop in Gröndal hat beispielsweise übers Wochenende Brot, Bananen, Äpfel und Erdbeeren kostenlos verteilt, andere holen sich die Hilfe von den Mitbewerbern. „Wir haben großartige Kooperationen mit Freunden in der Branche. Sie haben seit unserer Schließung einen erhöhten Zulauf in ihren Geschäften und einige unserer Waren erhalten“, erzählt Tarik Belqaid, ein weiterer Sprecher des Unternehmens.

Mitbewerber ICA war nach eigenen Angaben von den Problemen nicht betroffen. Allerdings kam es nach Angaben des Unternehmens zu Störungen bei der Apotheke Hjärtat, die ebenfalls zum ICA-Konzern gehört.


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  1. FAQ: Bezahle ich im Schwedenurlaub am besten bar oder mit Karte? – Svenska Nyheter

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