Juicekoncentrat

Das Saftkonzentrat gibt es zum Beispiel im ICA Maxi von der Eigenmarke "I love ECO".

Selbst verdünnen, Müll einsparen

Im ICA habe ich eine richtig gute Entdeckung gemacht: Saftkonzentrate, die man selbst zu Hause mit Wasser zu einem ganz normalen Fruchtsaft verdünnen kann. Sieben Jahre bin ich an den kleinen Kartons vorbeigelaufen, weil ich sie für Trinkpäckchen hielt. Erst jetzt, als ich zum ersten Mal Trinkpäckchen für einen Kindergeburtstag kaufen wollte, habe ich sie bemerkt. Ich bin davon so begeistert, dass ich sie Euch für Euren nächsten Schwedenurlaub vorstellen muss.

In Schweden sind die meisten Fruchtsäfte im Supermarkt aus Konzentrat hergestellt. Das bedeutet, dass die Früchte im Ursprungsland gepresst und der entstandene Saft anschließend zu Konzentrat eingedampft wird. Zur Haltbarmachung eingefroren, kann das Konzentrat nun platzsparend um die ganze Welt verschifft werden. Am Zielort angelangt, wird das Konzentrat wieder rückverdünnt, pasteurisiert, abgefüllt und zum Supermarkt transportiert. Von dort schleppe ich die Zwei-Liter-Tetrapacks nach Hause und bezahle dafür 25 Kronen.

Dieser Prozess hat viele Nachteile. Einmal habe ich die Fruchtsaft-Herstellung oben nur sehr verkürzt dargestellt, denn dem Saft wird nicht nur Wasser entzogen und wieder zugesetzt. Genauer gesagt, tritt er seine Reise um die Welt in drei Einzelteilen an: aufgeteilt nämlich zu Konzentrat, Aromastoffen und Fruchtfleisch, die sich am Zielort aber nicht ohne Weiteres wieder zusammenfügen lassen. Deshalb leidet das Aroma dann doch und manche Inhaltsstoffe gehen völlig verloren. Außerdem hat Fruchtsaft keine gute Klimabilanz, denn der logistische und industrielle Aufwand ist immens. Das Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg hat ausgerechnet, wieviel Kilometer ein Orangensaft auf seinem Weg nach Deutschland hinter sich hat. Vermutlich stammt er aus Brasilien, dem weltweit größten Orangensafthersteller. Dort werden die Orangen nach der Ernte im Mittel zuerst 150 km mit dem LKW zur Saftpresse gefahren. Nach Fertigstellung des Konzentrats erfolgt der ca. 10.000 km lange Schiffstransport nach Europa. Im Zielhafen angekommen, müssen noch einmal 700 km mit dem LKW zurückgelegt werden, bis der Saft im Einzelhandel erhältlich ist. Nach Schweden ist es nochmal weiter.

(Fotos: ICA)

Spart Gewicht, Müll und Geld

Eigentlich unnötig umständlich: Warum nicht wenigstens das Saftkonzentrat zu Hause mischen statt in der Produktionsstätte und so Verpackungsmüll und CO2 sparen? Genau dort setzt das schwedische Handelsunternehmen ICA mit seiner Eigenmarke an.

Die kleinen Kartons enthalten 200 Milliliter Saftkonzentrat, das zu Hause mit Wasser zu einem Liter Bio-Apfel-, Bio-Orangensaft oder diversen Säften in konventioneller Qualität verdünnt wird. Die Qualität unseres Wassers haben wir uns erst im Oktober wieder von einem Labor bestätigen lassen. Inwieweit auch das Konzentrat in seine Einzelteile zerlegt wird, weiß ich natürlich auch nicht. Sicher ist aber, dass wenigstens weniger Wasser durch Schweden transportiert werden muss. Für uns hat damit die Schlepperei der schweren Tetrapacks endlich ein Ende und unsere Mülltonne wird noch langsamer voll. Zuletzt sparen wir sogar noch etwas Geld dabei. Dafür gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung. Daumen hoch!

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Solche Saftkonzentrate halten auch gerade in den deutschen Supermärkten Einzug. dm zum Beispiel hat erst vor wenigen Monaten ein vergleichbares Produkt auf den Markt gebracht. Finde ich richtig gut. Schon gesehen? Kauft Ihr das?

Mein Schweden-Tipp Mein Schweden-Tipp
Achtet bei Eurem Einkauf auf die Bezeichnung Juicekoncentrat. Dann kauft Ihr ein Konzentrat, dass sich zuhause zu einem Fruchtsaft verdünnen lässt. Direkt daneben steht üblicherweise nämlich auch Lättdryck Koncentrat, das zuhause zu einem Fruchtsaftgetränk wird und zugesetzten Zucker enthält.

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