Juldekorationer

(Foto: Hans Strand / Folio / imagebank.sweden.se)

Die Sehnsucht der Schweden nach Licht

Zu Weihnachten, wenn es draußen kalt und dunkel ist, machen es sich die Schweden drinnen so richtig gemütlich. Am liebsten dekorieren sie ihr Häuschen mit dem, was dann fehlt: viel, viel Licht und Pflanzen.

Schweden ist im Winter schon extrem. Es ist weniger die Rechnung, wann die Sonne aufgeht und wann wieder unter. Es ist eher das Staunen darüber, wie viel Licht fehlt, wenn man alleine am Waldrand wohnt und weder Schaufenster noch Straßenlaternen leuchten. In unserem ersten Winter hier in Schweden hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Ich wollte abends noch schnell den Müllsack an die Straße bringen und meinte, auf eine Taschenlampe verzichten zu können – das Haus würde doch sicher weit genug leuchten und außerdem sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Doch es lag kein Schnee, der das Mondlicht hätte reflektieren können. Vielleicht war sogar Neumond. Nach zehn Metern habe ich meine Hand nicht mehr vor Augen gesehen und mich umgedreht.

Zuhause ist, wo im Fenster die Kerze brennt

Eine Kerze im Fenster
(Foto: Elisabeth Edén / imagebank.sweden.se)

So dürfte es früher vielen Schweden gegangen sein. Das erste Elektrizitätswerk stand 1884 in Göteborg und versorgte zunächst rund 1.000 Straßenlaternen gelegentlich mit Beleuchtung. Doch bis auch der letzte Hof auf dem Land angeschlossen war, sollten noch Jahrzehnte vergehen. 1938 war noch immer mehr als jeder zehnte schwedische Haushalt ohne Strom. 

Licht ist hier einfach lebensnotwendig. Kein Wunder also, dass es die Schweden so lieben und sich jede Menge davon ins Haus und den Garten holen. Bis heute haben die Schweden deshalb das ganze Jahr über Lampen in ihren Fenstern hängen. Die Tradition stammt aus genau dieser Zeit ohne elektrisches Licht. Als die Kerze im Fenster oder die Laterne vor der Eingangstür die einzige Möglichkeit war, sich auf dem Heimweg zu orientieren.Vor allem in den ländlichen Gegenden, wo die Höfe weit verstreut lagen.

Was ist besser als Licht? Noch mehr Licht!

Im Winter setzen die Schweden noch eine Schippe drauf. Dann wird die Lampe im Fenster von jeder Menge jahreszeitlichem Lichterschmuck ergänzt. Dann werden die Lichterdreiecke vom Dachboden geholt und in die Fenster gestellt, die Lichternetze in den Vorgärten über die Büsche geworfen und teilweise sogar der ganze Dachgiebel mit Lichterketten geschmückt. Plus jeder Menge Kerzen auf den Tischen, den Regalen und den Schränkchen.

In Schweden leuchtet es bis ins Frühjahr

Ich liebe an der schwedischen Weihnachtsdekoration, dass sie nicht am 6. Januar plötzlich vorbei ist. In Deutschland verfliegt die feierliche Stimmung an diesem Tag und vom einstigen Lichtermeer ist nichts mehr zu sehen. Übrig bleiben Dunkelheit und Matschwetter. Ich habe den Januar gehasst. Hier in Schweden leuchtet so manches Haus bis in den März hinein. Zwar werden sich dann schon Weihnachtsmänner, Rentiere und Engel bis zum nächsten Julfest in die Kisten zurückgezogen haben, aber die neutralen Lichterbögen sind immer noch in den Fenstern zu sehen. Auch so mancher Busch im Vorgarten trägt noch sein Lichternetz. Licht für Augen und Seele.

Ein Stück Schweden für zuhause Ein Stück Schweden für zuhause
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(Foto: Maciej Szewczyk/Pixabay)


 

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