Coronatest

Foto: Gerd Altmann / Pixabay

Nur ein Schnupfen oder doch Corona?

Ein Schnupfen im Winter würde niemanden interessieren – würden wir uns nicht gerade mitten in einer Pandemie befinden. Jetzt aber setzt er die volle Kaskade des schwedischen Infektionsschutzes in Gang, Quarantäne und Coronatest inklusive.

Wenn ich meine Chefin auf die Corona-Maßnahmen in unserer Firma anspreche, ist die Antwort stets: „Wir folgen den Empfehlungen des Folkhälsomyndigheten.“ Dazu gehört: Wir müssen bei den kleinsten Symptomen, die auf Corona hindeuten könnten, zu Hause bleiben. Und sollen uns bei unserer Vårdcentral einen Termin zum Coronatest geben lassen. Anfang Februar ist es dann bei mir so weit.

Tatsächlich verläuft die Terminvergabe problemlos. Ich rufe an, schildere meine Symptome und habe einen Termin. Allerdings muss ich mich bis Montag gedulden; die Proben werden werktags gegen 13 Uhr ins Labor geschickt und sollen nicht das Wochenende über in der Vårdcentral herumliegen. Lange Wartezeiten können das Ergebnis des PCR-Tests verfälschen. Er ist übrigens kostenlos.

Selbstbeprobung im Auto

Bei meinem Termin muss ich schmunzeln. Ich komme mir wie ein Drogenkurier vor, wie ich so zur Hinterseite des Gebäudes gehe, meine ID-Kort an die Scheibe halte und mein Testkit durchs Fenster gereicht bekomme. Dort nimmt die Geheimnistuerei allerdings ein jähes Ende. Da es sich für mich nicht lohnt, für den Test extra nach Hause zu fahren, soll ich ihn im Auto machen. Und während ich mir die Wattestäbchen nacheinander tief in den Rachen (würg!) und die Nase (nies!) einführe und in meinem Speichel herumrühre (20 Sekunden!), frage ich mich, wie oft die Nachbarn hier dieses Schauspiel in den vergangenen Monaten zu sehen bekommen haben. Zum Schluss werfe ich den Ziplock-Beutel mit dem Probenfläschchen noch in den weißen Briefkasten – fertig. Das Ergebnis kann ich schon am nächsten Morgen in meiner digitalen Patientenakte einsehen.

Die Vorgehensweise, sich die Probe selbst im Auto zu nehmen, finde ich gut. So halte ich maximalen Abstand zu meinen Mitmenschen und helfe, die Infektionskette zu durchbrechen. Ich habe versucht, herauszufinden, wie die Coronatests in Deutschland ablaufen. Eine klare Antwort habe ich nicht gefunden. Aber mein Eindruck ist, dass die Selbstbeprobung eher unüblich ist, oder? Das Robert-Koch-Institut scheint davon auf jeden Fall angetan: „Eine angeleitete Selbstbeprobung durch den Patienten kann eine Exposition für das Gesundheitspersonal verringern. Bei rund 500 Patienten zeigten selbstentnommene beidseitige vordere Nasenabstriche und Abstriche der mittleren Nasenmuschel gute Übereinstimmung mit dem durch medizinisches Personal entnommenen Nasenrachenabstrich in der molekularen SARS-CoV-2 Testung (Tu et al., 2020).“

3 in 1 aus Nasen-Rachen-Abstrich und Spucktest

Dann hoffe ich mal, dass ich alles richtig gemacht habe. Mein Ergebnis ist nämlich negativ. Auf jeden Fall habe ich mich exakt an die Gebrauchsanweisung gehalten, die dem Testkit beilag. Mit dem ersten Wattestäbchen sollte ich 20 Sekunden lang meinen Rachen entlang streichen. Das zweite Wattestäbchen sollte ich zwei bis drei Zentimeter in jedes Nasenloch einführen und je 20 Sekunden die Schleimhaut entlang fahren. Das dritte Wattestäbchen ist für den Speichel gedacht; damit sollte ich 20 Sekunden lang durch die kleine Schale rühren, in die ich vorher reingespuckt habe. Alle drei Wattestäbchen werden 20 Sekunden lang in einem kleinen Plastikröhrchen mit Kochsalzlösung ausgewaschen. Da kann man doch eigentlich wenig falsch machen. Oder doch?


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