Jahresrückblick

(Foto: nd700 / Fotolia.com)

Jahresrückblick am Silvesterabend

Silvester, kurz nach 20 Uhr. Wir sind zuhause. Die Einladung zur Silvesterfeier haben wir ausgeschlagen, es fühlt sich diesmal einfach nicht richtig an. Und so bringt Chris gerade den Kurzen ins Bett, Finn schläft in unserem Schlafzimmer und Lucy hat es sich im Gästezimmer bequem gemacht. So still war das Haus schon lange nicht mehr. Selbst in Lotro ist nichts los. Das ist doch mal wieder die Gelegenheit, das zu tun, wofür in den vergangenen Monaten fast immer die Zeit fehlte: zu bloggen.

Ich habe das Jahr als sehr, sehr anstrengend empfunden. Vielleicht erinnert Ihr Euch: weil meine Auftragslage im Frühjahr Corona-bedingt extrem mau war, bin ich ins Angestelltenverhältnis gewechselt. Was eigentlich nur als Nebenjob für sechs Monate gedacht war, hat sich zu einer unbefristeten Stelle entwickelt. Und natürlich kam es, wie es kommen musste: irgendwann waren meine Aufträge wieder da. Und plötzlich hatte ich zwei Jobs.

In einem Jahr, in dem so viele Menschen weltweit ihre Arbeit verloren haben, sind zwei Jobs natürlich ein absoluter Glücksfall. Existenzängste brauchten wir nicht zu haben, zumal auch die Firma meines Mannes die Pandemie ohne größere Probleme weggesteckt hat. Natürlich war – und bin – ich auch stolz auf mich, als Ausländerin in Schweden so schnell eine Stelle gefunden zu haben. Ich komme mir undankbar vor, zu jammern. Aber mein Tag hat auch nur 24 Stunden. Und nach der Nachtschicht noch einen Artikel fertigzustellen, wenn man um 15 Uhr schon wieder Junior vom Kindergarten abholen muss, ist hart. Nicht selten musste ich mich zwischen Essen und Schlafen entscheiden. Nicht selten habe ich im Inkubaktionsraum beim Probensortieren beinahe abgebaut.

Meine Chefin hat schließlich zugestimmt, dass ich auf 70 Prozent reduziere. Und eine Kollegin hat dauerhaft die Nachtschicht übernommen, weil ihr Lebensgefährte ebenfalls nur nachts arbeitet. Das hat vieles erleichtert. Plötzlich haben sich die täglichen Aufgaben in ihren Zeiten ergänzt und nicht mehr gegenseitig behindert. Während der Frühschicht-Wochen kann ich nun Junior vor der Arbeit noch in den Kindergarten bringen und nach Feierabend direkt abholen. Arbeite ich Spätschicht, bringt ihn Chris und ich hole ihn noch ab, bevor ich mich auf den Weg ins Labor mache. Meine Artikel schreibe ich davor, danach oder am Wochenende. Das passt ganz gut.

Ein Dauerzustand wird dieser Spagat wohl trotzdem nicht sein. Freiberuflich zu arbeiten, war ein Ziel, auf das ich lange hingearbeitet habe. Ich habe mir einen tollen Kundenstamm aufgebaut und trotz Corona-Krise sogar neue Kunden hinzugewonnen. Darunter ein neues Handelsmagazin, für das ich als Auslandskorrespondentin aus Schweden berichte. Das möchte ich nicht aufgeben. Ich möchte wieder mehr Zeit für Gartenarbeit. Für Hausarbeit. Und mein Kind. Ich möchte nicht am Nachmittag beim Vorlesen im Bett einschlafen. Ich hätte zwar weiterhin Spaß an einer praktischen Tätigkeit nebenbei, aber dann darf sie auch nur den Umfang eines Nebenjobs einnehmen. Mal sehen, vielleicht findet sich etwas anderes. Ich halte die Augen offen.

Ich bin gespannt, was 2021 so bringen mag. Am Montag muss ich wieder ins Labor, den Freitag danach muss gleich der erste Artikel fertig sein. Und dabei bin ich nach einer Woche Urlaub immer noch so unendlich müde. Das zeigt: Viele Sorgen und Probleme werden sich nicht einfach in Luft auflösen, nur weil der Sekundenzeiger einen Sprung nach vorne macht. Wir müssen selbst aktiv werden. Wenigstens haben hier in Schweden auch die Impfungen gegen Corona begonnen. Das lässt mich hoffen, dass wir nach mehr als vierzehn Monaten bald wieder unsere Familien in Deutschland besuchen können.

Das Buch für 2021 hat noch 365 leere Seiten. Machen wir ein gutes Buch daraus. Ich habe auf jeden Fall viele Wünsche. Ich wünsche Euch allen viel Gesundheit und viel Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Lasst es Euch gut gehen!

Auf bald, Eure Inka


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