Vattenanalys

Schwedisches Kind am Waschbecken.
Bei uns in Schweden kommt das Wasser aus dem eigenen Brunnen (Foto: Halfpoint / Fotolia.com).

Wenn das Wasser aus dem eigenem Brunnen kommt

Wir gehören zu den etwa zwei Millionen Menschen in Schweden, die ihr Trinkwasser für den Dauerwohnsitz oder das Ferienhaus aus dem eigenen Brunnen beziehen. Wir trinken es seit mehr als einem Jahr. Es riecht gut, schmeckt gut und Durchfall haben wir auch keinen bekommen. Doch im November werde ich Mama. Was die Frage aufwirft: Wäre es auch für Babynahrung geeignet?

Wenn alles planmäßig klappt, wird die Frage nicht sofort akut – ich möchte stillen. Spätestens aber, wenn wir drei Milchmahlzeiten mit Breien ersetzt haben, braucht der Kleine zusätzlich etwas zu trinken. Und wenn er größer ist, wird er ebenfalls zum Wasserhahn laufen, wenn er Durst hat. Also kümmern wir uns sofort darum, Antwort auf unsere Frage zu bekommen. Eine vattenanalys bringt Klarheit.

Das Ergebnis ist etwa zehn Tage später in der Post. Wir sind erleichtert: Die Wasserqualität ist gut! Trotzdem gibt es drei Parameter, die nachjustiert werden sollten: Eisen, Mangan und der pH-Wert sind erhöht. Überraschend ist das nicht, wenn ich mir unseren braun-gefärbten Brita-Filter und den Duschvorhang so ansehe. Alles aber halb so schlimm. Dafür gibt es heutzutage separate Filteranlagen, die irgendwo zwischen Brunnen und Wasserhahn eingebaut werden.

Eigener Brunnen, eigene Verantwortung

Damit ist unser Fachwissen bereits erschöpft. Außerdem darf man nicht einfach davon ausgehen, dass Schweden die gleichen Richtlinien, Grenzwerte und Normen hat wie Deutschland. Manche Instand- und Installationsarbeiten im Eigenheim müssen hierzulande von einem Fachmann umgesetzt werden, damit der Versicherungsschutz nicht erlischt. Also holen wir uns Unterstützung. Das Stichwort für’s schwedische Branchenverzeichnis ist VVS. Das steht für värme, ventilation och sanitet. In Ryd werden wir fündig.

Sven* arbeitet mit einem Filterhersteller zusammen und macht uns auf Basis unserer Wasseranalyse drei Vorschläge. Sie unterscheiden sich in der Wartungsintensität, der Filterleistung und der Durchflussquote, aber das Grundprinzip ist bei allen identisch: Unser Wasser sickert durch eine Filtermasse aus Braunstein, die die gelösten Eisen- und/oder Manganverbindungen oxidiert. Der dabei entstehende Rost ist wasserunlöslich und fällt aus. Den benötigten Sauerstoff zieht sich der Filter aus der Umgebung. Wir entscheiden uns für ein Modell, das sich vollautomatisch säubert. Jede Woche – bei Bedarf auch öfter – spült der Filter die gelb-braune Pampe selbstständig wieder aus. Wir müssen lediglich regelmäßig in größeren Abständen das Filtermaterial auffüllen. Klasse Sache!

 

* Sven heißt in Wirklichkeit gar nicht Sven. Er heißt Björn, Lasse oder Anders. Aber ich möchte seine Persönlichkeitsrechte schützen. Und sein Name spielt für den Beitrag ja auch keine Rolle, oder? 


 

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