Corona

Ein Schild mit der Aufschrift "Halte Abstand"
"Respektiert einander" ist der Inbegriff des schwedischen Corona-Sonderwegs - wie hier in Linnés Råshult.

Wir werden oft gefragt, was sich Corona-mäßig in Schweden so tut und wie der sogenannte Sonderweg in der Praxis aussieht. Daher sammele sich seit einiger Zeit, was ich so mitbekomme. Der Beitrag wird laufend aktualisiert, erhebt aber natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wichtig zu wissen: In Schweden ist das Gesundheitswesen Ländersache. Die Vorgehensweise z. B. bei Coronatests kann daher von Län zu Län variieren.

Achtung: von unten nach oben lesen!

02. September: Persontrafik, die schwedische Messe für den öffentlichen Personenverkehr, fällt nun doch aus, nachdem sie zunächst noch von Oktober auf Januar 2021 verschoben wurde. Die Messebetreiber haben sich dazu entschlossen, weil selbst ein Anheben der erlaubten Teilnehmerzahl der erwarteten Besucherzahl nicht gerecht würde. Nun prüfen sie, ob eine rein digitale Veranstaltung durchführbar ist.

01. September: Ikea öffnet die Restaurants in seinen Einrichtungshäusern wieder in vollem Umfang – zumindest, was die Speisenvielfalt angeht. Die Anzahl der Gäste bleibt begrenzt, um möglichst viel Abstand zu gewährleisten. Bereits seit dem 19. August konnte man in den Restaurants eine kleine Auswahl an Gerichten. Die Kinderbetreuung Småland bleibt in allen Einrichtungshäusern weiterhin geschlossen.

*** September ***

25. August: Die schwedische Buchmesse findet zum ersten Mal als rein digitale Veranstaltung „Bokmässan Play“ statt. Vom 24. bis 27. September werden alle Programmpunkte als kostenloser Livestream unter bokmassan.se übertragen. Wer sich einzelne Sendungen später anschauen möchte, muss sich registrieren. Zum Programm geht es hier.

24. August: Die schwedische Gesundheitsbehörde hat in ihren Covid-Informationen ergänzt, dass auch beschwerdefreie Infizierte anstecken können. Sie betont allerdings, dass dieser Übertragungsweg im Vergleich zu dem über Infizierte mit Symptomen nur einen kleinen Anteil ausmacht.

20. August: Das Besuchtsverbot in schwedischen Altenheimen wird bis zum 30. September verlängert.

19. August: Die schwedische Gesundheitsbehörde räumt ein, dass ein Mundschutz sinnvoll ist – immer dann, wenn der räumliche Abstand nicht eingehalten werden kann wie beispielsweise beim Optiker oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer sich für einen Mundschutz entscheide, müsse ihn sachgemäß gemäß der WHO-Empfehlungen anwenden. Allerdings bestehe die Gefahr, dass die Verwendung eines Mundschutzes ein falsches Sicherheitsgefühl vermittele und dazu führe, dass andere Empfehlungen wie etwa zum Händewaschen nicht mehr befolgt würden.

18. August: In Kalmar muss ein Kindergarten wegen eines Corona-Ausbruchs schließen. Drei Mitarbeiter haben sich angesteckt, vier weitere zeigen Symptome. Deshalb bringt uns die Tingsryds kommun zum Schulstart die Maßnahmen in Erinnerung, mit denen die Ausbreitung von Corona vermindert werden soll. Dazu gehört beispielsweise, dass kranke Kinder nicht in den Kindergarten und die Schule gehen dürfen und bei ihrer Rückkehr mindestens 24 Stunden symptomfrei sein müssen. Mit Ausnahme der inskolning dürfen Eltern die Gebäude weiterhin nicht betreten. Sollte unser Kindergarten schließen müssen, entscheidet die bildningsförvaltningen darüber, welche Eltern weiterhin ein Recht auf Kinderbetreuung haben.

17 August: Vitalis, die schwedische Messe für eHealth, findet am 25. und 26. August als reine digitale Veranstaltung statt. Der Stream ist kostenpflichtig und das ganze Jahr über zugänglich.

17. August: Die schwedischen Getränkemessen finden in diesem Jahr nicht statt. Betroffen sind die Sparkling Göteborg (16. und 17. Oktober), die Öl- und Whiskymässa (30. und 31. Oktober) sowie die Vin & Deli (4. und 5. Dezember). Der Messebetreiber Svenska Mässan hat sich dazu entschlossen, weil selbst ein Anheben der erlaubten Teilnehmerzahl auf 500 der erwarteten Besucherzahl nicht gerecht würde.

15. August: Menschen mit einem Wohnsitz in Marokko dürfen nicht mehr nach Schweden einreisen.

13. August: Die Lage in der Region Kronoberg: von 830 Tests waren 9 Prozent positiv, damit hat sich die Zahl der bestätigten Fälle zur Vorwoche mehr als verdoppelt (Woche 31: 711 Tests, davon 4 Prozent positiv). Elf Menschen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Insgesamt wurden nun 1289 Kronoberger positiv auf Corona getestet.

12. August: Das schwedische Außenministerium rät von nicht notwendigen Reisen nach Liechtenstein und Österreich ab.

08. August: Die Mittelalterwoche in Gotland ist zu Ende gegangen, die in diesem Jahr acht Tage lang ausschließlich per Livestream stattgefunden hat.

05. August: Die Region Kronoberg bietet nun auch für die Allgemeinbevölkerung Antikörpertests an. Die Tests werden von den Vårdcentralen durchgeführt und kosten 200 Kronen.

05. August: Menschen mit algerischem Wohnsitz dürfen nicht mehr nach Schweden einreisen.

05. August: Unter www.clothmasks.ca hat das Karolinska Institut eine Anleitung zum Herstellen von Stoffmasken veröffentlicht, inklusive Schnittmuster, Waschanweisung und worauf beim Tragen zu achten ist. Die Anleitung beruht auf den Ergebnissen einer Literaturauswertung, die das Karolinska Institut zusammen mit der kanadischen McMaster Universtität veröffentlicht hat. Demnach können Stoffmasken die Ausbreitung des Coronavirus wirklich mindern. Am besten haben Stoffmasken aus Musselin, Baumwolle und Flanell gewirkt, vorzugsweise in drei bis vier Schichten und mit einer Fadendichte von mindestens 100 TPI (Fäden pro Zoll).

*** August ***

30. Juli: Die schwedische Gesundheitsbehörde empfiehlt, dass diejenigen, die die Möglichkeit haben, von zu Hause aus zu arbeiten, dies auch im Herbst tun sollten.

06. Juli: Vom 8. Juli an bietet die Region Kronoberg Coronatests nun auch für die Allgemeinbevölkerung an. Wer Symptome hat, die auf Corona schließen lassen, kann sich bei seiner Vårdcentral einen Test-Termin geben lassen. Alternativ lässt sich der Abstrich auch zuhause erledigen. Die Tests sind kostenlos. Ohne Symptome keine Tests.

02. Juli: Schweden verlängert das Einreiseverbot bis zum 31. August. Ausgenommen sind weiterhin Reisende aus der EU, Großbritannien, Norwegen, Island, Lichtenstein und der Schweiz.

*** Juli ***

30. Juni: Schweden beruft eine Kommission ein, um sämtliche schwedischen Maßnahmen im Corona-Management kritisch zu bewerten. Teil der Arbeit ist auch der Vergleich mit anderen Ländern. Ein erster Teilbericht wird sich um die Altenpflege drehen und wird im Herbst vorgelegt. Der Abschlussbericht der Kommission muss bis zum 28. Februar 2022 – vor der Wahl – fertig sein.

26. Juni: Nur eine Woche nach der – verspäteten – Saisoneröffnung erhält die Astrid Lindgrens Värld die rote Karte der Ordnungsbehörden: Das geplante Corona-Sicherheitskonzept geht nicht auf. Knackpunkt sind die Theatervorstellungen: 50 Zuschauer waren vor der Bühne erlaubt, aber es konnte nicht gleichzeitig an verschiedenen Orten im Park gespielt werden. Nun sieht der Erlebnispark keinen anderen Ausweg und schließt vom 28. Juni an für diese Saison. Alle, die Ticket vorbestellt hatten, bekommen ihr Geld zurück.

25. Juni: Schweden verlängert das Einreiseverbot bis zum 7. Juli. Ausgenommen sind weiterhin Reisende aus der EU, Großbritannien, Norwegen, Island, Lichtenstein und der Schweiz.

19. Juni: Landesweit fallen öffentliche Midsommar-Veranstaltungen aus. So auch auf dem Lunnabacken, wo wir Midsommar die vergangenen Jahre verbracht haben.

16. Juni: Seit gestern wird in der Region Kronoberg auch die sogenannte Prio-Gruppe 3 auf Corona getestet. Dazu gehören all diejenigen, die einer systemrelevanten Beschäftigung nachgehen. Die Initiative muss von den jeweiligen Arbeitgebern ausgehen. Sie können ihre Mitarbeiter für einen Test in Ljunbgy oder Växjö anmelden. Der Allgemeinbevölkerung bleiben Tests nach wie vor versagt.

06. Juni: Landesweit fallen öffentliche Veranstaltungen zum Nationaldagen aus.

05. Juni: Landesweit feiern die schwedischen Abiturienten ihren Schulabschluss, allerdings in kleinerem Rahmen als sonst. Zeugnisübergaben in der Schule und das typische aus-der-Schule-Rennen sind in kleinen Gruppen erlaubt. Die Familien der Abiturienten der Wasaskolan müssen im Auto warten; jedem Auto wurde ein fester Parkplatz zugewiesen. Zwei Angehörige pro Auto dürfen zum Gratulieren aussteigen. Von den Kleinlastern, auf deren Ladefläche die Abiturienten üblicherweise mit viel Getöse feiernd durch die Städte gefahren sind, hat die schwedische Regierung schon Ende April abgeraten. Es scheinen sich alle daran zu halten; die Städte sind ruhig. Auch große Familienfeiern sollen nicht stattfinden.

02. Juni: Die Kronans Apotek bietet an Standorten mit dem Kooperationspartners ICT Health künftig Antikörper-Tests auf Corona an. Nach 15 Minuten liegt das Ergebnis vor. Ein Termin ist nicht nötig. Der Startschuss fällt in Valbo (Gävle) und Sandviken, beide Städte sind ca. sieben Stunden von uns entfernt. Das Filialnetz soll aber ausgebaut werden. Der Test kostet 595 Kronen.

*** Juni ***

30. Mai: Die Apotek Hjärtat bietet an Standorten mit dem Hausarzt-Service Doktor24 künftig Antikörper-Tests auf Corona an. Der Startschuss fällt in drei Apotheken, die von uns nächstgelegene ist die Apotek Gripen im zwei Stunden entfernten Malmö. Die Terminbuchung erfolgt digital, das Blut wird vor Ort abgenommen. Noch am gleichen Tag liegt das Ergebnis vor und wird von den Doktor24-eigenen Krankenschwestern übermittelt. Über den Sommer soll das Filialnetz dichter werden.

29. Mai: Vom 15. Juni an dürfen die Schüler in den gymasialen Oberstufen wieder in die Klassenräume zurückkehren.

14. Mai: Schweden verlängert das Einreiseverbot bis zum 15. Juni. Ausgenommen sind weiterhin Reisende aus der EU, Großbritannien, Norwegen, Island, Lichtenstein und der Schweiz.

13. Mai: Schweden verlängert seinen Apell, auf unnötige Auslandsreisen zu verzichten, bis zum 15. Juni. Das Kalmar International Sandsculpture Festival, das eigentlich im Juli hätte stattfinden sollen, fällt aus.

04. Mai: Die Tingsryds kommun verschärft ihre Sicherheitsmaßnahmen in Kindergärten. Eltern dürfen die Gebäude künftig nicht mehr betreten, sondern müssen ihre Kinder an der Eingangstür verabschieden und abholen. Speisen dürfen die Kinder sind mehr selbst auf die Teller schaufeln. Das erledigen vorerst die Kindergärtnerinnen. Außerdem wird auf die urlaubsbedingte Zusammenlegung der Kindergärten in Ryd und Urshult verzichtet.

*** Mai ***

30. April: Die schwedische Gesundheitsbehörde ergänzt die Nationale Corona-Strategie. Die Diagnostik soll künftig auch Antikörper-Tests umfassen. Sie erfassen Antikörper im Blut und geben so einen Aufschluss daråber, ob der Körper bereits eine Infektion mit Covid-19 durchgemacht hat.

27. April: Unser ICA macht nun für Risikogruppen eine Stunde früher auf. Zwischen 7:00 und 8:00 Uhr können sie nun unbehelligt einkaufen gehen.

17. April: Die schwedische Gesundheitsbehörde präsentiert die erste Version der staatlichen Corona-Strategie. Sie definiert, welche Personengruppen künftig auf Corona getestet werden. Oberste Priorität haben Menschen mit charakteristischen Symptomen, gefolgt von Menschen, die im Gesundheitswesen und in der Pflege arbeiten. Priorität 3 haben Menschen in systemrelevanten Berufen, dann erst kommt die übrige Bevölkerung: „Under pandemins pandemiska fas finns inget medicinskt behov för en enskild individ att veta om den akuta infektionen är covid-19. Dock finns samhällsekonomiska vinster med minskad sjukfrånvaro genom att medarbetare som inte har covid-19 snabbare kan återgå i arbete vid ett negativt provsvar.“ Die Tests sollen von bislang 50.000 auf 150.000 Proben pro Woche erhöht werden.

09. April: Stena Line plant, die Route Sassnitz-Trelleborg dauerhaft zu schließen. Grund sind nicht nur ausbleibende Passagierbuchungen infolge der Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie, sondern auch die andauernde wirtschaftliche Situation der Route insgesamt.

03. April: Schweden dehnt seine Empfehlung, auf unnötige Auslandsreisen zu verzichten, bis zum 15. Juni aus. Die Empfehlung gilt nun für alle Länder.

02. April: Der Betreiber Skistar beendet die Skisaison vom 6. April an vorzeitig in den Anlagen in Sälen, Vemdalen und Åre.

02. April: Die Vätternrundan, die jährlich im Juni mehr als 36.000 Fahrradfahrer zum Vättern lockt, fällt dieses Jahr aus.

01. April: Schweden rationiert die Abgabe von Medikamenten. Die Apotheken dürfen eine neue Packung nur dann abgeben, wenn die angebrochene Packung bereits zu zwei Dritteln aufgebraucht ist. Vorräte für mehr als drei Monate sind nicht erlaubt. Die Einschränkung gilt für alle verschreibungspflichtigen Medikamente.

01. April: Schweden verbietet Besuche in Altenheimen.

*** April ***

30. März: Schweden hat öffentliche Veranstaltungen verboten. An den Infotafeln stapeln sich die Aushänge mit inställt. Hier findet kein Seniorennachmittag mehr statt, kein Kinderflohmarkt, keine sportliche Veranstaltung. Die Straßen sind wie ausgestorben. Das öffentliche Leben pausiert.

29. März: Schweden begrenzt öffentliche Versammlungen auf 50 Personen.

27. März: Das schwedische Folkhälsomyndigheten empfiehlt allen, die 70 Jahre oder älter sind, ihre sozialen Kontakte zu begrenzen und zu Hause zu bleiben.

25. März: Restaurants, Cafés und Bars müssen sicherstellen, dass alle Gäste Abstand einhalten können. Dazu gehört, dass sie ihre Speisen und Getränke nur am Tisch verzehren oder Bestelltes abholen dürfen. Wenn der Meinung ist, dass die Regeln nicht eingehalten werden, kann sich an die Gemeinde wenden.

24. März: Coop führt spezielle Lieferzeiten für Senioren 70+ ein, die im Onlineshop einkaufen. Damit will das Unternehmen der steigenden Nachfrage gerecht werden. Der Service soll nach und nach räumlich ausgedehnt werden.

19. März: Die schwedische Gesundheitsbehörde empfiehlt allen, zuhause zu bleiben. Arbeitsgeber sollen ihre Angestellten – sofern möglich – ins Homeoffice schicken. Die Gymnasien, Hochschulen, Universitäten und die kommunale Erwachsenenausbildung sollen auf Distanzunterricht umstellen. Kindergärten und Grundschulen sind davon ausgenommen.

19. März: Ikea schließt in Schweden die Restaurants und die Kinderbetreuung Småland in allen Einrichtungshäusern. Die Warenhäuser selbst bleiben geöffnet, allerdings sollen reduzierte Versandkosten die Kunden zum Onlineshopping bewegen. Geliefert wird nur bis zur Haustür. „Click & Collect“ wird zu „Click & Collect Drive Thru“, so dass die zusammengestellte Ware außerhalb des Gebäudes abgeholt werden muss.

18. März: Die Wasaskolan in Tingsryd stellt auf Distanzunterricht um. Das betrifft neben dem gymnasialen Oberstufenzweig auch die Erwachsenenausbildung mit dem Sfi-Kurs. Das hat Auswirkungen für die Kinderbetreuung: wer keiner Beschäftigung nachgeht, verliert seinen Anspruch auf einen Vollzeitplatz. Die Folge: unser Kindergarten bleibt zwar geöffnet, ist aber so gut wie leer.

18. März: Das Fährunternhemen Scandlines schließt die OnBoardshops auf allen Fähren beider Routen. Es ist nach wie vor möglich, Getränke und einfache Mahlzeiten an Bord zu erhalten. Die BorderShops in Puttgarden und in Rostock haben bereits seit dem 16. März geschlossen.

17. März: Schweden beschließt einen Einreisestopp für alle nicht notwendigen Reisen. Ausgenommen sind Reisende aus dem EWR und der Schweiz.

14. März: Stena Line stellt die Route Sassnitz-Trelleborg bis auf weiteres ein.


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