FAQ: Kann ich Swish nutzen, wenn ich in Schweden Urlaub mache?

Eine Frau bezahlt in einem Café mit Swish.
Mit Swish bezahlen die Schweden nicht nur Kleinbeträge untereinander. Auch viele Cafés bieten die Zahlungsweise an (Foto: Getswish AB).

Swish ist der meistgelesene Beitrag auf meinem Blog. „Swish“ und „Deutsche“ sind die beiden Suchbegriffe, mit der die meisten User auf meinen Blog gelangen. Kein Wunder: die Bezahl-App hat viele Vorteile. Dann wird es Zeit, der Frage für Euch mal auf den Grund zu gehen. 

Wer Swish nutzen möchte, braucht:

Ein schwedisches Konto …

Daran führt kein Weg vorbei. Das können grundsätzlich auch Deutsche haben, die nicht dauerhaft in Schweden leben und entsprechend keine Personennummer besitzen. Solange sie persönlich eine Bankfiliale in Schweden aufsuchen und sich dort zweifelsfrei ausweisen können, sollte einem schwedischen Konto nichts im Weg stehen.

Du ansluter dig till Swish där du gör dina bankärenden. www.swish.nu

Aus eigener Erfahrung weiss ich aber, dass manche Banken den bürokratischen Aufwand scheuen. Ohne Personennummer müssen richtig viele Papiere ausgefüllt werden, was unliebsame Arbeit macht. Da geht Ablehnen einfach schneller. Leichter haben es da deutsche Urlauber, die ein Ferienhaus in Schweden besitzen. Sie bekommen vom Skatteverket eine schwedische Organisationsnummer zugewiesen, damit sie ihre Steuern bezahlen können. Damit lässt sich ein Konto auf jeden Fall eröffnen.

… eine Handynummer …

Via Homebanking lässt sich Swish mit wenigen Klicks aktivieren. Im Prinzip ist es nicht mehr, als die Handynummer zu hinterlegen. Bei mir ging es damals nur mit einer schwedischen Handynummer, es haben aber auch schon Deutsche mit einer deutschen geschafft. Hängt möglicherweise von der Bank ab. Vielleicht hat sich da auch etwas im Laufe der Jahre getan.

Du kopplar ditt mobilnummer till ditt bankkonto och så snart du har gjort det kan du börja ta emot pengar via Swish.www.swish.nu

… und eine mobile Bank-ID

Mit dem schwedischen Konto und der schwedischen Handynummer lässt sich Swish bereits einrichten und Geld empfangen. Wenn Du aber auch Geld versenden möchtest – und darauf kommt es im Urlaub vor allem an – muss die Transaktion am Ende rechtskräftig abgeschlossen werden. Dafür brauchst Du eine BankID. ID steht in Schweden für identifiering, mit der BankID kannst Du also elektronisch Deine Identität bestätigen. Sie ersetzt quasi die Unterschrift und kommt immer dann zum Einsatz, wenn im Internet ein Vertrag zustande kommt: beim Online-Einkauf, der Online-Überweisung, dem Online-Arbeitsvertrag oder eben bei Swish. Das Identifikationsprogramm gibt es als mobile App fürs Smartphone oder als Desktop-Version für den PC.

För att också kunna skicka pengar med Swish behöver du ladda ner Swish-appen i din mobil och aktivera den med Mobilt BankID på samma enhet.www.swish.nu

Und genau das ist der Punkt, an dem das Projekt „Ich will Swish“ bei den meisten deutschen Urlaubern ins Stocken geraten dürfte. Um die BankID nutzen zu können, braucht es eine schwedische Personennummer. Und die haben in den allermeisten Fällen nur Leute mit dauerhaftem Wohnsitz in Schweden. Richtig gelesen: in den allermeisten Fällen. Manchmal, aber nur manchmal, haben es schon deutsche Ferienhausbesitzer geschafft, sich eine Personennummer zu besorgen. Aber das ist eher die Ausnahme als die Regel.

För att beställa ett BankID måste du ha ett svenskt personnummer. https://support.
bankid.com
Swish in Kürze Swish in Kürze
Swish ist eine App für’s Smartphone, mit der sich kleinere Geldbeträge von einem Konto auf’s andere übertragen lassen. Voraussetzung für die Nutzung ist eine Personennummer, ein schwedisches Konto und eine schwedische Mobilnummer. Swish gibt es für Android (aus dem Google Playstore) und das iPhone (von iTunes). Die App ist kostenlos.


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41 Kommentare

  1. Welch eine Diskriminierungen. Am Eispavillon kann man nur Eis kaufen wenn man mit Swish bezahlt. Also keine Ausländer. Sie hätten aber auch so gerne ein Eis, müssen aber leider zuschauen wie die Schweden es genießen.

    • Hej Ingeborg,
      schön, dass Du Dich meldest. Swish funktioniert nun mal nur mit der mobilen BankID, mit der man online seine Identität bestätigen kann. Dafür ist eine Personennummer nötig. Es hat also nichts mit Ausländern zu tun, sondern der Frage, ob jemand schwedischer Bürger ist oder nicht. Ich denke, es ist in jedem Land so, dass es Gepflogenheiten gibt, die Touristen nicht nutzen können. Wäre es nicht diskriminierend, wenn man jedem Händler, jedem Gastronom etc. vorschreiben würde, welche Zahlungsmittel er akzeptieren muss? Mir blieb mein Crêpe auf meiner letzten prä-Corona-Dienstreise in die Schweiz auch verwährt, weil der kleine Foodtruck keine Kartenzahlung akzeptiert hat und ich mir vor der Heimreise kein Bargeld mehr holen wollte. Ich habe um meinen Crêpe getrauert, der nette Herr um sein Geld – aber jeder hat für sich eine Entscheidung getroffen, die der andere akzeptieren musste.
      HG Inka

      • Liebe Inka,
        Du schreibst „Es hat also nichts mit Ausländern zu tun, sondern der Frage, ob jemand schwedischer Bürger ist oder nicht.“ Genau da liegt ja die Diskrimierung des Eisverkäufers. Beim Crêpe war es doch etwas anders, denn Du hättest jederzeit ohne Diskriminierung Schweizer Franken bekommen und Dein Crêpe bezahlen können. Ich als Deutscher muß aber erstmal schwedischer Staatsbürger werden, um Swish nutzen zu können.
        Ok, hätte ich mich vor dem Urlaub ja drum kümmern können 😉

        • Hej Thorsten,
          danke für Deinen Kommentar! Ja, das ist schon richtig. Aber kann man hier wirklich von Diskriminierung reden? Gibt es nicht in Deutschland vielleicht auch Dinge, die Touristen vielleicht nicht möglich sind? Schweden schreibt seinen Einzelhändlern nicht vor, welche Zahlungsmittel sie annehmen oder nicht. Ist doch in Deutschland nicht anders. Wenn ich dort im Taxi selbstverständlich meine Kreditkarte zücke, muss ich auch damit rechnen, dass sie der Taxifahrer nicht akzeptiert und stattdessen Bargeld will.

          • Ob jemand keine Kreditkarten akzeptiert hat definitiv nichts mit der Nationalität zu tun, sondern es gilt dann für alle, woher sie auch kommen. Wenn jemand möchte, dass man mit Swish bezahlt, weiß er, dass er hauptsächlich schwedische Kunden hat, ausser ein Paar ausländische Sommerhausbesitzer.
            Auch Deutsche oder andere Nationalitäten bekommen eine schwedische Personennummer, wenn sie einmal in Schweden gewohnt haben und dort registriert gewesen sind, auch wenn man dort noch keine Steuern bezahlt hat, wie zB Kinder. Aber davon ist es nicht Abhängig ob man mit Swish bezahlen kann, sondern nur davon ob man in Schweden ein Bankkonto hat.

          • Liebe Ingeborg,
            jedes Mal, wenn man mit Swish bezahlt, muss man diesen Vorgang mit der mobilen BankID bestätigen. Und die mobile BankID bekommt man nur mit einer schwedischen Personennummer. Ich zitiere von http://www.bankid.com: „För att kunna skaffa ett BankID måste du ha ett svenskt personnummer och vara kund i någon av de banker som ger ut BankID.“

          • Aber wenn du eine schwedische Personennummer hast, brauchst du dennoch ein Konto an einer schwedischen Bank, ohne das geht es nicht.

    • Liebe Ingeborg,

      ich hoffe dieser Kommentar ist ironisch gemeint.
      Wenn das deine erste und einzige Diskriminierungserfahrung ist, dann gratuliere ich dir von Herzen und wünsche weiterhin einen entspannten Urlaub in Schweden 🇸🇪.

    • Wir konnten unser Eis immerhin mit EC/Maestro-Karte oder Kreditkarte bezahlen…. (oder eben Swish-sofern vorhanden-). Ist halt immer mehr usus. 🤷🏻‍♀️

  2. Ich habe in Stockholm mal einen Latte gekauft ohne darauf zu achten, dass nur mit Swish bezahlt werden kann (war mir damals noch nicht bekannt). Kein Bargeld, keine Karte. Ergebnis: Ich bekam den Kaffee umsonst. Soviel zu vorhandener und nicht vorhandener Diskriminierung

  3. Kann man eine bankID in Schweden bekommen wenn man keine Personnummer sondern nur eine Samordningsnummer hat (also im Schweden Steuern zahlt, aber dort nicht wohnt)?

    • Lieber Stefan, das ist eine gute Frage. Ich habe das mal gegoogelt und auf der Homepage von der Uni Göteborg eine Antwort gefunden. Demnach kann man mit einer Samordningsnummer zwar ein Konto eröffnen, aber Homebanking und das Beantragen einer BankID sind offenbar nicht möglich. Ich hoffe, dass diese Info korrekt und aktuell ist. Im Zweifelsfall am besten zusätzlich bei der zuständigen Bank nachfragen. Herzlichen Gruß aus Schweden!

      Update: die Homepage der schwedischen Regierung bestätigt diese Information: https://www.regeringen.se/artiklar/2020/01/fakta-samordningsnummer/

  4. Die Deutschen hängen an Ihrem Bargeld. Bei den Schweden sieht es dagegen ganz anders aus. Während in Deutschland noch immer rund jeder zweite Einkauf mit Bargeld bezahlt wird, ist es bei den Nordeuropäern nur knapp jeder fünfte. Auch die Menge des sich in Umlauf befindlichen Bargelds ist in den vergangenen Jahren um rund 20 % gesunken. Der Weg hin zu einer bargeldlosen schwedischen Gesellschaft scheint also klar definiert zu sein. Das sieht man auch daran, dass rund die Hälfte der schwedischen Bankfilialen überhaupt kein Bargeld mehr in den Beständen führt. Die Schweden verbinden Bargeld oft mit kriminellen Machenschaften, so denken viele Schweden: “Wer Bargeld nutzt, der hat etwas zu verbergen. 😉👍

  5. Schade ist es allemal! Wir haben uns mit Kreditkarte gewappnet und dachten wir wären gut vorbereitet. Danke für den aufklärenden Artikel. Gerne hätte ich heute am Straßenrand selbstgemachte Marmeladen mitgenommen von einem personenleeren Stand, aber das ging dann nicht – Bargeld hatten wir gar nicht dabei. Man könnte ja theoretisch auch Paypal nutzen-aber das ist hier dann kaum gebräuchlich? In Dtl habe ich so auch schon oft auf Flohmärkten bezahlt. Seh ich überhaupt nicht als Diskriminierung, sondern nur schade. Lg!

    • Hej Julia, danke für Deinen Kommentar! Paypal nutze ich hier in Schweden tatsächlich sehr selten, weil es für mich praktisch keine Anlässe gibt. Allerdings habe ich letztens etwas auf dem Facebook Marketplace verkauft und verschickt; da habe ich mich mit dem Käufer auf Paypal geeinigt, weil eine Barzahlung dann nicht möglich war. Aber mit Paypal ließe sich vielleicht wirklich die Lücke schließen, die Swish bei Touristen hinterlässt. Gute Idee! Herzlichen Gruß aus Schweden

  6. Natürlich ist das keine absichtliche Diskriminierung, aber de facto wird man ausgeschlossen, wenn nur Swish akzeptiert wird, das nur Schweden bekommen. Leider gibt es in Dänemark und Norwegen ebenfalls solche nationalen Inselsysteme – das ist doch verrückt. Sollen wir uns alle wieder hinter unsere (theoretisch) offenen Grenzen zurückziehen und zu Hause bleiben?

  7. Hallo,

    Einige Argumente bezüglich der Diskriminierung stoßen mir auf, weshalb ich beschlossen habe hier zu antworten.

    Im Gegensatz zur Schweiz ist Schweden seit 1995 EU Mitglied und vertraglich dazu verpflichtet Grenzen abzubauen, auch im Zahlungsverkehr. Gerade deshalb wurde 1999 der EURO für die GESAMTE EU eingeführt (das Crèpe Problem mit dem Restgeld entfällt somit). Da viele EU Mitgliedsländer für die EURO Einführung wirtschaftlich nicht reif waren/sind, gab es kein verpflichtendes Einführungsdatum. Dieser Umstand wird von Dänemark und Schweden (und vormals Großbritannien) genutzt um die EURO Einführung auf ewig hinauszuzögern.

    Statt die Grenzen mit der EURO Einführung abzubauen, hat Schweden mit der defakto Bargeldabschaffung jetzt neue Grenzen hochgezogen. Bei uns ist es eben nicht dem Händler überlassen ob er EUROs akzeptiert oder nicht, der EURO ist gesetzliches Zahlungsmittel. Jeder Händler der anders handelt bekommt Probleme mir der Gewerbeaufsicht. VISA/Mastercard sind Produkte US amerikanischer Unternehmen und KEIN gesetzliches Zahlungsmittel. Ich hoffe ja dass in Schweden die Freiheit in der Gastronomie nicht so weit geht, dass die Einhaltung der Hygienevorschriften in der Küche nur „freiwillig“ wäre. Die Freiheit ist hier somit nur ein Scheinargument.

    Ich würde das alles verstehen, wenn die Alternative SWISH allen EU Bürgern zugänglich wäre, z.B. über ein Prepaid Modell. Das Argument dass man einen Wohnsitz in Schweden haben muss um in einem EU Land als EU Bürger bezahlen zu dürfen, ist klar vertragswidrig! Die 4 Grundfreiheiten den EU Binnenmarkts lauten: freier Warenverkehr, freier Personenverkehr, freier Verkehr von Dienstleistungen, freier Kapitalverkehr

    Leider wird die EU an solchen Sachen scheitern, Polen & Ungarn lassen grüßen! In Ungarn müssen Besitzer von Autos, die nicht in Ungarn immatrikuliert sind jetzt an der Tanke 40% mehr für Sprit zahlen (man kann ja Bürger Ungarns werden, nicht wahr?).

  8. Meinem subjektivem Empfinden nach ist die Akzeptanz von Bargeld in Schweden sogar wieder leicht gestiegen. Während bis vor einigen Jahren dem Klischee entsprechend tatsächlich für jeden Kaffee der Kartenleser gezückt worden ist, heißt es jetzt eher: Swish oder Bargeld. Man sollte die Kirche jedenfalls im Dorf lassen. Auch wenn die Banken kräftig an der Werbetrommel rühren, das irgendwann dass Bargeld ersetzt sein wird und 8 von 10 Schweden bereits per Smartphone bezahlen, bleibt es doch eine Alternative.

    Ja, ich musste selbst schon auf meinen Kaffee verzichten, konnte 5 Min. später und 100m weiter an der nächsten Bageri dann aber einen trinken. Dystopische Visionen von Swish only-Innenstädten, in denen der Tourist verzweifelt versucht zu überleben, werden sich auch in Zukunft nicht bewahrheiten. Während meiner letzten Schwedenreise gab es während den drei Wochen eine einzige Situation an einem kleinen Keramikstand, welche frustrierend endete weil sich absolut nichts regeln ließ.

    Solange das Programm selbst unter den Schweden keine völlige Akzeptanz findet, was aufgrund der immer vorhandenen Zweifler de facto auch nie der Fall sein wird und für Ausländer sowieso unerreichbar bleibt, schneiden sich die Geschäfte mit solchen Einschränkungen bloß ins eigene Fleisch.

  9. Hallöchen,

    „Diskriminierung“ ist so eine Sache. Wer heutzutage kein Smartphone oder Computer hat, konnte zu Corona-Zeiten mancherorts nicht mal in Deutschland diverse Ausflugsziele nutzen, weil die nur online vorher buchbar waren. Das haben die Betreiber/Händler so entschieden. Es gibt auch genug Online-Händler oder Buchungsportale, die akzeptieren nur Kreditkarte. Doch nicht jeder hat eine und nicht jeder nutzt diese auch für Online-Banking. Auch das Bezahlsystem „Klara“ wird uns immer mehr „aufgezwungen“. Überhaupt gibt es immer noch viele, die überhaupt kein Online-Banking nutzen.

    So sehe ich das mit Swish auch. Natürlich kommt noch erschwerend hinzu, dass das nur für einen gewissen, kleinen Kreis an Menschen zugänglich ist. Da hat Patrick in seinem Beitrag bzgl. der Vertragswidrigkeit schon recht. Aber es ist die Entscheidung des Händlers ob er nur diese Bezahlform akzeptiert oder nicht (Sicherheit für ihn und die Banken machen es Händler wirklich schwer, wenns um Bargeld geht). Und es ist die Entscheidung der Banken im Land, ob sie sich die Mühe machen, dass auch Ausländer ein Konto dort eröffnen dürfen oder nicht. Und es ist eine Entscheidung der Swich-Verantwortlichen, ob das nicht mal auch über ein Prepaid Modell laufen kann.

    Wenn Tankstellenbetreiber fast ihr gesamtes Personal entlassen und man nur noch mit EC oder sogar nur mit Kreditkarte bezahlen kann – dann könnte das auch eine Form der Diskriminierung sein. Und das kann schon mal ätzender werden, wenn man in Lappland 80 km vor der nächsten Tankstelle steht und der Tank ist fast leer, als wenn man mal kein Eis bekommt.

    Im Süden Schwedens und vor allem den großen Städten, mag Bargeld ja „verpönt“ sein. Der „moderne“ Stockholmer lächelt über die, die mit Bargeld winken und vergisst aber, dass die Moderne noch lange nicht so modern ist, wie sie scheint – steht er doch in manchem kleinen Loppisladen mitten in Smaland oder vor dem Eingang eines malerischen, kleinen Campingplatz in Lappland und muss feststellen: hier kann man „nur“ mit Bargeld bezahlen. Und wenn dann mal der Strom ausfällt und/oder das Handynetz gestört ist kommt auch ein Stockholmer nur so weit, wie sein Tank noch voll ist.

    Ich persönlich würde mir ein Swich-System als Prepaid-Variante oder mit Bankeinzug von meinem Deutschen Konto wünschen. Traurig, dass ich das nicht kann, bin ich deswegen aber nicht wirklich. Und diskriminiert fühle ich mich auch nicht. Dann fahr ich halt weiter. ICA hat auch leckeres Eis und malerisch, schöne Campingplätze mit heißen Duschen gibt´s reichlich. Bekommt mein Geld halt ein Anderer. Da bin ich – wie die Schweden auch – ziemlich tiefenentspannt.

    Und meine Erfahrung ist, dass es neben Swich immer mind. eine Alternative Bezahlmöglichkeit gibt. Und ich habe immer 3 dabei (Bargeld, EC, Kreditkarte). „Nur“ Swich ist mir in all den Jahren nicht einmal untergekommen und ab Mitte Schweden, außerhalb jeder Stadt, sollte man sowieso eher Bargeld dabei haben als an Swich zu denken.

    Fazit: Diskriminierung: nein. Schön/Bequem: wäre es auf jeden Fall. Lebensnotwendig: ist es (bisher) nicht und ich bezweifle, dass es je so sein wird.

  10. Es ist schon eine wirtschaftliche Diskriminierung, da man keine Gleichbehandlung als EU-Bürger erfährt.
    Ich habe in Schweden ein Haus. bin dort ein knappes halbes Jahr, vermiete es im Rest des Jahres und zahle dafür dort meine Steuern. Das geht alles ganz schnell und da sind die Schweden auch eifrig.
    Ich habe auch ein Bankkonto, Versicherungen, Internet mittels Glasfaser, etc… alles nicht ganz einfach und vielleicht nicht mit jedem Anbieter möglich, aber es geht.

    Aber eine Bank-ID wird mir nicht zugänglich gemacht. Die benötige ich aber, um überhaupt einen Internet-Login zu meiner Versicherung zu erhalten, um die App für meine Photovoltaikanlage zu nutzen (ja, auch die habe ich mit massig Geld in Schweden gekauft und installieren lassen und KEINE Förderung erhalten, da die Versteuerung meiner Vermietung nicht als „Steuerzahlung“ in deren Sinne definiert ist).

    Ich liebe Schweden, sonst wäre ich nicht so lange dort und würde dort nicht investieren. Aber, und das ist Tatsache, man wird in diesem Punkt diskriminiert.

  11. Wir sitzen gerade in einem Zug der SJ von Malmö nach Stockholm. Irgendein System ist ausgefallen. Also im Bistro keine Kartenzahlung. Bargeld nehmen sie nicht; man kann nur mit Swish zahlen. Und das bei der Staatsbahn. Touri-freundlich ist das nicht.

    • Hej Jochen! Oje… Ich hoffe, Ihr kommt trotzdem noch irgendwie gut ans Ziel! Ich drücke Euch die Daumen. Herzlichen Gruß, Inka

      • Bargeld geht immernoch (Kontant)

        Sind gerade in Schweden und funktioniert einwandfrei.

        Aber mit SWISH wäre natürlich noch besser. Über all da wo wir mit SWISH hätten bezahlen müssen und keine andere Karte ging, ging es gratis (z.B. Minigolfplatz)

  12. Hallo allerseits! Zuerst mein Senf zur Diskriminierung:
    „ Das internationale Recht weist der Diskriminierung drei Hauptmerkmale zu: nachteilige Behandlung, die sich auf einer unrechtmässigen Grundlage abstützt und der eine angebrachte und objektive Rechtfertigung fehlt.“
    Ob das jetzt zutrifft soll jede*r für dich selbst entscheiden, aber selbst wenn das als Diskriminierung durchgeht, schließe ich mich Ina an … es ist wirklich traurig, sich wegen solcher Dinge aufzuregen, während man einer Personengruppe (Deutsche) angehört, die im Vergleich wirklich die geringsten Probleme mit Diskriminierung erlebt.

    Mal zur eigentlichen Sache: Da dieser Umstand, dass nur Schwed*innen dieses Zahlungssystem nutzen können, natürlich für alle Beteiligten nachteiligster ist, wird schon lange an einer Lösung gearbeitet – gerne mal EMPSA in die Suchmaschine des Vertrauens eingeben. Es haben sich in den letzten Jahren in vielen/allen Ländern mobile Zahlungsmöglichkeiten ergeben. Diese zu verbinden bedarf selbstredend vieler Anstrengung, um juristische und wirtschaftliche Fragen zu klären. Das ist wiederum erschwert durch jeweils national unterschiedliche Bestimmungen etc.
    Es ist also durchaus zu erwarten, dass auch Menschen ohne Personennummer früher oder später Zugang erhalten – die Händler*innen werden sich darüber genauso freuen, wie wir.

    Für diejenigen unter euch, die sich gerne aufregen: Die Dinge sind nun mal leider oftmals komplexer, als sich das irgendjemand wünscht, und viele kluge Menschen stecken viel Arbeit da rein, alles wieder einfacher zu machen. Bis es so weit ist, ist vorausschauende Dankbarkeit besser für das Herz-Kreislauf-System als immer die Frustschiene zu fahren. 😉

  13. Hallo zusammen,
    ich habe noch ein ganz anderes Problem dieses Mal. Wir reisen mit einem 8 und 11 jährigen Kind. Normalerweise können sie frei über ihr Taschengeld verfügen. Hier fallen wir ungewollt in den Kleinkindalltag zurück. Für jede Ausgabe muss ich mitkommen und teilweise erwische ich mich dann bei ungewollten Diskussion über die Einkaufswünsche. Wir waren die letzten drei Jahre nicht in Schweden, aber davor sehr viele Male. Damals könnten sie auch Mal am Zeltplatz alleine etwas kaufen, aber bisher war es leider nicht mehr möglich. Ich möchte meinen Kindern jedenfalls nicht die Kreditkarte oder EC Karte in die Hand drücken. Ich frage mich wie hier Kinder selbständig werden und über ihr Taschengeld verfügen 🤔.
    Viele Grüße aus Visby

    • Bargeld geht immernoch (Kontant)

      Sind gerade in Schweden und funktioniert einwandfrei.

      Aber mit SWISH wäre natürlich noch besser. Über all da wo wir mit SWISH hätten bezahlen müssen und keine andere Karte ging, ging es gratis (z.B. Minigolfplatz)

    • Hej Katharina, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ist nicht eher für Deine Kinder die Umstellung das Problem? Weil sie in Schweden nicht alleine mit Bargeld einkaufen gehen können, sondern ihre Mama mit Karte dazu brauchen? In Schweden lernen die Kinder eben mit Swish, selbstständig zu werden. Das mag möglicherweise zwei, drei Jahre später der Fall sein als in Deutschland, weil sie dafür natürlich ein Smartphone brauchen. Dazu kommt, dass die schwedischen Kinder in KITA, Kindergarten, Vorschule und Schule vollständig verpflegt und mit Stiften, Heften und Co. ausgestattet werden. Mein Sohne (gerade fünf Jahre alt) wird noch eine ganze Weile nicht alleine zum Kiosk laufen. Herzlichen Gruß aus Schweden!

    • Hey Katharina! Vielleicht wäre eine Möglichkeit, ein Konto für deine Kinder zu eröffnen? Die gibts für gewöhnlich kostenlos, natürlich ohne Dispo … ich kann verstehen, dass Taschengeld zum sehen und anfassen für den Anfang besser wäre (aber das können sie ja an vielen Orten trotzdem benutzen), jedoch macht es ja auch irgendwie Sinn, sie auf das ‚echt Leben‘ vorzubereiten, wo man eben doch schnell mal die Plastikkarte zückt. Für den besseren Überblick kann man dann ja ebenso eine Buch über Einnahmen und Ausgaben führen, das hilft sowieso dabei, den etwas weiteren Blick für die Finanzen früh zu schulen.
      Liebe Grüße!

      • In D gibt es u.18 Konten mit Visa-Karte, die funktionieren auch in Schweden überall da wo es SWISH gibt und man auch mit Karte zahlen kann.

  14. Hallo,
    natürlich würde die Möglichkeit über SWISH zu verfügen vieles vereinfachen. Aber letzlich ist es eine schwedische Angelegenheit und da sollten wir nicht rum schulmeistern. Da sind die Deutschen ja eh Spitze, genauso wie im korrekten gendern – sehr wichtig! Schweden ist eben anders und das ist gut so!
    @ Inka: Ich hatte dir eine E-Mail geschrieben. Ist die Adresse aus dem Impressum vlt. nur ein Funktionspostfach? Dann sorry!

    • Hej Andreas, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich finde auch, dass man – egal, ob Tourist oder Eingewanderter – die Regeln und Gepflogenheiten des Gastlandes akzeptieren muss. Deine Email habe ich übrigens bekommen und mich sehr darüber gefreut. Entschuldige bitte, dass Du noch keine Antwort bekommen hast. Gib mir noch ein paar Tage, sie kommt aber. Das ist versprochen! Herzlichen Gruß aus Schweden, Inka

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